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Freiburg Panorama Sommer
Haus & Grund Freiburg
Mitgliederversammlung 2017

Bericht von der Mitgliederversammlung 2017

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Mitgliederversammlung der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund Freiburg

Liberalisierung des Wohnungsmarktes notwendig


Mitgliederversammlung im KaisersaalZum zweiten Mal fand die Mitgliederversammlung von Haus & Grund Freiburg im Kaisersaal des Historischen Kaufhauses am Münsterplatz statt. Erfreulicherweise war der Andrang erneut sehr groß. Der Kaisersaal war mit über 300 Mitglieder bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Mitglieder nutzten den Abend, um sich über die neuesten Entwicklungen am Freiburger Immobilienmarkt zu informieren. Herr Rechtsanwalt Henke gab einen Überblick über die Regelungen des neuen Freiburger Mietspiegels. Hauptredner des Abends war der Immobiliensachverständige Frank Pfaff.





Manfred Harner
Manfred Harner
Der Geschäftsführende Vorsitzende Manfred Harner dankte den Mitgliedern für Ihr so zahlreiches Erscheinen. In seiner Ansprache ging Harner auch auf die Landespolitik ein. Ein Jahr nach Amtsantritt der grün-schwarzen Landesregierung sei zwar – so Harner - die Immobilienpolitik stärker in den Fokus geraten. Man habe auch erkannt, dass der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum nur gedeckt werden könne, wenn der Wohnungsbau als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden wird.

Dennoch stellte der Geschäftsführende Vorsitzende fest, dass mangelnde Baulfächen, überhöhte Baukosten und ständig neue Anforderungen an das Bauen noch immer nicht als Investitionshindernisse erkannt würden. Harner wies auch darauf hin, dass die angedachte weitere Erhöhung der Grunderwerbsteuer von 5 % auf 6,5 % ein völlig falsches Signal zu einer völlig falschen Zeit sei. Es ergebe keinen Sinn, Familien einerseits zu fördern, andererseits aber den Erwerb von Wohnimmobilien durch eine Erhöhung der Grundsteuer zu verteuern.

Harner forderte daher eine Rückkehr zum ursprünglichen Steuersatz von 3,5 %, wie er nach wie vor in Bayern gilt.Der Geschäftsführende Vorsitzende kritisierte auch die Mietpreisbremsen, die sich als Investitionshindernisse erweisen und daher abgeschafft gehören. Ebenfalls kontraproduktiv sind die vielen technischen und energetischen Anforderungen, die die Bau und Sanierungskosten in den letzten Jahren deutlich nach oben getrieben haben. Eine Absenkung der Anforderungen ist daher dringend erforderlich. Harner forderte außerdem, die bisherige Modernisierungsumlage von 11 % beizubehalten. Eine Absenkung auf 8 % würde nur dazu führen, dass dringend erforderliche Investitionen nicht getätigt werden. Unterbleiben muss auch die Verlängerung des Bezugszeitraumes für die Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete. Eine Erhöhung von bisher 4 Jahre auf dann 10 Jahre hätte ein Einfrieren der Miete zur Folge. Dies würde zu einem weiteren Investitionshemmnis führen.

Ein für Freiburg unguter Zustand. Denn der Immobilienmarkt in Freiburg gilt – so Harner - nach wie vor als sehr angespannt. Dies gilt sowohl
bei der Miete als auch beim Kauf. Die Nachfrage überwiegt bei Weitem das Angebot. Die zahlreichen Einschränkungen des freien Wohnungsmarktes
durch u.a. die Mietpreisbremse I und II und die Zweckentfremdungssatzung haben keinerlei Verbesserung gebracht.

Der Geschäftsführende Vorsitzende Manfred Harner berichtete in seinem Geschäftsbericht über die Umbauarbeiten am Verbandshaus. Innerhalb von vier Monaten wurde das Erdgeschoss des Verbandshauses komplett umgebaut. Der Mitgliederempfang wurde wesentlich moderner und freundlicher gestaltet. Zusätzlich wurde das 1. OG, in dem die Rechtsberatung beheimatet ist, grundlegend modernisiert. Mit der Renovierung der Fassade sowie der Räume im Dachgeschoss, in denen die Haus & Grund Immobilien GmbH ihr zuhause hat, wird die umfassende Renovierung des Verbandshauses abgeschlossen sein. Harner dankte den Mitgliedern für ihre Geduld den Mitgliedern für ihre Geduld während den Renovierungsarbeiten.

Der Vorstand
Der Vorstand
Die Mitgliederentwicklung war im Berichtsjahr sehr erfreulich. Harner ging darauf ein, dass man die Mitgliederzahl im Jahr 2016 um nahezu 100 Mitglieder steigern konnte. Mehr als die Hälfte der Neumitglieder kommtüber das Internet und nutzt die Möglichkeit zur Beantragung einer Online-Mitgliedschaft. Gut angenommen wird auch die Schnupper-Mitgliedschaft, die bis zum 30.06. eines Jahres angeboten wird. Von 154 Schnupper-Mitgliedern haben nur wenige von der Kündigungsmöglichkeit zum Jahresschluss Gebrauch gemacht.

Insgesamt ist festzustellen, dass das Internet an Bedeutung gewonnen hat. Dies wird vor allem an den Online-Mietverträgen sichtbar, deren Verkaufszahlen erneut nach oben gestiegen sind. Die Beratungsangebote von Haus & Grund Freiburg wurden im Jahr 2016 stark nachgefragt.

Benedikt Oberkirch
Benedikt Oberkirch
Dies gilt in besonderem Maße für die Rechtsberatung. Insgesamt wurden rund 3.700 Rechtsberatungen durchgeführt. Schwerpunkt war die Vermietung von Wohnraum.

Herr Harner wies darauf hin, dass eine steigende Anzahl von Mieterwechseln, die Rechtsprechung des BGH zu den Schönheitsreparaturen sowie die Anwendung der Mietpreisbremse verstärkten Beratungsbedarf nach sich gezogen haben.In diesem Zusammenhang riet der Geschäftsführende Vorstandvorsitzende dazu, sich rechtzeitig beraten zu lassen, um Fehler zu vermeiden.

Der Stellvertretende Vorsitzende, Benedikt Oberkirch, stellte den Bilanzbericht für das Jahr 2016 vor. Er konnte ein rundum positives Fazit ziehen. Trotz der umfassenden Investitionen in die Sanierung des Verbandshauses konnte der Jahresabschluss mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen werden.

Günther Frei
Günther Frei
Kassenprüfer Günter Frei hatte es erneut übernommen, die Kasse zu prüfen. In seinem Prüfbericht stellte er geordnete Verhältnisse fest, sodass es keine Beanstandungen gab.

Ehrenmitglied Gabriele Knoll
Ehrenmitglied Gabriele Knoll
Der Vorstand wurde daher von den Mitgliedern einstimmig entlastet. Eine besondere Ehre wurde dem langjährigen Mitglied des Vorstandes, Frau Gabriele Knoll, zuteil. Sie war in der Mitgliederversammlung 2016 nach 46 Jahren im Vorstand aus dem Vorstandsgremium verabschiedet worden. Aufgrund ihrer großen Verdienste um Haus & Grund Freiburg hatte der Vorstand vorgeschlagen, Frau Knoll zum Ehrenmitglied von Haus & Grund Freiburg zu ernennen. Die Mitgliederversammlung folgte diesem Vorschlag und ernannte Frau Knoll einstimmig zum Ehrenmitglied des Verbandes.
Der Geschäftsführende Vorsitzende nutze die Gelegenheit, Frau Knoll nochmals für ihr Engagement zu danken.


Der zweite Teil der Mitgliederversammlung stand ganz im Zeichen der Vorträge von Rechtsanwalt Arnd Henke und dem Immobiliensachverständigen
Frank Pfaff. Rechtsanwalt Henke beleuchtete in seinem Referat sehr anschaulich, welche Veränderungen der neue Freiburger Mietspiegel mit sich
gebracht hat. Teilweise haben sich die Kriterien gegenüber dem Vorgängermietspiegel deutlich verändert. Kritisch merkte er an, dass auch scheinbar
eindeutige Kriterien vor Gericht streitig sein können. Er riet deshalb dazu, bei Mieterhöhungen unbedingt die Beratung von Haus & Grund Freiburg in
Anspruch zu nehmen. Anhand von Einzelbeispielen erläuterte er sehr verständlich die Auswirkungen des neuen Mietspiegel und ging auch ausführlich auf Fragen der Mitglieder ein.

Frank Pfaff
Frank Pfaff
Die Entwicklung der Immobilienpreise in der Region war Thema des weiteren Vortrages des Immobiliensachverständigen Frank Pfaff. Pfaff erwies sich als profunder Kenner der Immobilienpreise in Freiburg und der Region. Er verdeutlichte, dass ein Ende der Preissteigerungen nicht in Sicht ist und kritisierte, dass man sich in Freiburg noch immer nicht ernsthaft mit den Ergebnissen der Empirica- Studie befasst.

Bis zum Jahr 2030 werden – so Pfaff – rund 18.000 neue Wohnungen benötigt. Um die Dimension des Problems zu verdeutlichen, verwies er darauf, dass im Stadtteil Rieselfeld gerade einmal 3.700 Wohnungen geschafen wurden. Der sich in der Entwicklung beindliche neue Stadtteil Dietenbach wird daher bei Weitem nicht ausreichen, das Problem zu lösen. Pfaff wies darauf hin, dass das zu geringe Wohnungsangebot in Freiburg auch Auswirkungen auf die Region habe.


Stephan Konrad
Stephan Konrad

Vor allem in Umlandgemeinden mit guter Verkehrsanbindung haben die Preise in den letzten Jahren deutlich angezogen. Auf Nachfrage aus den Reihen der Mitglieder konnte Pfaff aber auch beruhigen: Derzeit gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass in Freiburg die viel zitierte Immobilienblase zu befürchten ist. Dies schon alleine deshalb nicht, da viele Immobilienkäufe ohne Immobilieninanzierung erfolgen würden. Pfaff riet -wie auch schon zuvor Harner - abschließend dazu, im Falle eines Immobilienverkaufs nicht das erstbeste Angebot anzunehmen, sondern den Markt zu testen. Die anschließenden Fragen und Diskussionen zeigten, dass der Vortrag von Herrn Pfaff bei den Mitgliedern auf großes Interesse gestoßen ist.


Nach dem oiziellen Ende der Versammlung bot der anschließende Empfang die Gelegenheit zum Gespräch und Austausch in gemütlicher Atmosphäre. Viele Mitglieder nutzten diese Möglichkeit, zumal auch die Referenten noch für Fragen zur Verfügung standen.

M. Harner